Seeventile, bzw. Borddurchlässe

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Tamtam
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Seeventile, bzw. Borddurchlässe

Beitrag von Tamtam »

Moin zusammen,

wir wollen diesen Winter unsere Seeventile austauschen, nach 34 Jahren wird es wohl so langsam Zeit.
Allerdings frage ich mich wie sie im Rumpf eingelassen sind. Sie schließen ja aussen bündig mit dem Rumpf ab und sind nicht aufgesetzt wie bei den meisten anderen Schiffen.
Kann man die Teile einfach ausbauen wie bei den aufgesetzten Borddurchlässen, oder sind sie verspachtelt/laminiert?
Nächste Frage: wo bekomme ich neue passende Durchlässe, die wieder bündig abschließen? Oder gibt es andere Möglichkeiten?

Gruß Nico
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Liese
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Re: Seeventile, bzw. Borddurchlässe

Beitrag von Liese »

Moin,
bei uns sind alle durchlässe 'aufgesetzt'...wenn ich Dich richtig verstehe.

Unsere Ballad ist 1983, Bnr. 2007.

Gruss
Jörg
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Tamtam
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Re: Seeventile, bzw. Borddurchlässe

Beitrag von Tamtam »

Hi,

unsere Ballad ist Bj. 1978, Bnr. 1399.
So kann man sich unsere Borddurchlässe vorstellen:
Bild

Gruß Nico
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Tortuga
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Re: Seeventile, bzw. Borddurchlässe

Beitrag von Tortuga »

Moin Nico,

bei unserer Ballad (Nr. 1179 von 1978) waren die Borddurchlässe exakt so eingebaut, wie auf der Zeichnung dargestellt. Ich habe sie dann im letzten Winter im Rahmen eines Komplettrefits gegen neue (aufgesetzte) Edelstahldurchlässe ausgetauscht. Von innen waren die alten Durchlässe übergespachtelt bzw. mit Polyesterharz vergossen. Der Ausbau gestaltet sich dadurch ziemlich langwierig. Ich habe die alten Durchlässe von innen in Stücke gesägt und dann mit dem Hammer einzelene Segmente herausgeschlagen. Anders war das nicht zu machen, da die Durchlässe nicht mit Dichtungsmasse eingesetzt waren.

Der Einbau war eigentlich ziemlich unproblematisch, da bei gleichem Innendurchmesser für die neuen Durchlässe ein etwas größeres Loch erforderlich war und so die Schräge im Laminat komplett weggesägt wurde. Ich habe dazu eine Sperrholzplatte genommen, auf die ich ein rundes Stück dickes Sperrholz mit etwas weniger als dem Durchmesser der Durchbrüche aufgeschraubt hatte. Dieses Brettchen habe ich von innen in das Loch gelegt. Eine zweite Person musste sich dann von innen auf das Brettchen stellen. Dann konnte man von außen mit der Lochsäge die Löcher vergrößern, indem man in das kreisrunde Sperrholzbrett bohrt, welches im Durchlass liegt. Anders ließ sich die Lochsäge nicht zentrieren. Ich hoffe, das war halbswegs verständlich.

Bündig abschließende Durchlässe konnte ich auch nirgends finden. Als ich mit den Arbeiten fertig war, habe ich so etwas aber, wenn ich mich recht entsinne, im Toplicht-Katalog http://www.toplicht.de gesehen. Ob die allerdings tatsächlich passen, habe ich dann nicht mehr in Erfahrung gebracht.

Insgesamt hatte ich nach der ganzen Aktion allerdings den Eindruck, dass die alten Durchlässe durchaus weitere 30 Jahre ihren Dienst versehen hätten, ohne dass das ein Sicherheitsrisiko gewesen wäre.

Gruß

Frank
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Tamtam
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Re: Seeventile, bzw. Borddurchlässe

Beitrag von Tamtam »

Hi Frank,

danke für die ausführliche Antwort.
Ich habe mir schon gedacht, das die die Teile verklebt sind, das war damals bei unserer Albin Accent auch so. Der Ausbau war dementsprechend nervig.
Der Tipp mit dem Sperrholzbrett ist gut, ich werde das mal ausprobieren. Die Durchlässe von Toplicht habe ich schon gesehen, die passen aber leider auch nicht wirklich, daher kommen die nicht in Frage.
Unsere Durchlässe und Ventile machen zwar auch noch alle einen guten Eindruck, aber ich finde sie einfach unpraktisch und das ewige drehen nervt auf Dauer, daher kommen nun Kugelventile rein. Zumal wir wohl einen Fäkalientank nachrüsten werden und eh alles anpassen müssen.
Wie hast du die Verschraubungen abgedichtet? Mit Hanf? Teflonband oder Loctite? Gibt ja verschiedene Möglichkeiten?

Gruß Nico
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Tortuga
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Re: Seeventile, bzw. Borddurchlässe

Beitrag von Tortuga »

Hallo Nico,

bei mir waren an den Durchlässen schon Kugelventile. Offenbar hatte die der Voreigner also schon ausgetauscht. Vielleicht reicht es ja auch, dann nur die Seeventile auszutauschen.

Die Verschraubungen habe ich unterschiedlich abgedichtet. Einige hat mir ein Installateur, der sein Schiff neben meinem liegen hatte, mit Hanf abgedichtet. Bei den anderen habe ich es selbst mit Teflonband gemacht, weil ich das einfacher fand als mit Hanf. Von Loctite riet der Installateur mir ab. Er meinte, dass es letztlich egal sei, ob man Hanf oder Teflonband nimmt. Das Problem bei Teflonband ist allerdings, wie er mir sagte, dass man da auf keinen Fall wieder zurückdrehen darf, weil es dann zu Undichtigkeiten kommt. Bei Hanf wäre das nicht so schlimm. Man muss beim Teflonband also darauf achten, dass der Hebel vom Kugelhahn entweder gleich richtig steht oder dass noch so viel Gewinde übrig ist, dass man noch eine weitere Umdrehung machen kann. Entscheidend ist bei der ganzen Sache m. E., dass man eine entsprechende Zange zur Verfügung hat. Mit den Spielzeugdingern, die man üblicherweise zuhause in seiner Werkzeugkiste hat, wird das auf jeden Fall nichts, weil man damit nicht fest genug drehen kann.

Gruß

Frank
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