Mastfußposition

Mastfußposition

Beitragvon mellowcat » Donnerstag 1. Juli 2010, 11:49

Hallo,

ich habe eine Frage zu der Position des Mastfußes.
Momentan habe ich ihn genau parallel zur Toilettenwand gestellt, d.h. mittig auf dem T-eisen (oder wie es auch immer heißt).
Ich wurde aufmerksam gemacht, dass der Mast zu weit vorne steht und daher die Biegung, wenn der Achterstagspanner voll durchgezogen ist, zu spät anfängt.
Soweit ich weiß. habe ich in dem T-Eisen Bugseitig noch zwei Löcher zur Verfügung.
Welches sollte man wählen oder wie stellt Ihr den Mast immer?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
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Re: Mastfußposition

Beitragvon Liese » Donnerstag 1. Juli 2010, 13:35

SEHR INTERESSANT :)
Hab gerade mit Bierschenk Junior darüber gesprochen.
ACHTUNG: Sprechen wir über das alte Mastprofil? Oder ein neueres mit anderer Biegekurve/Statik?
(Jan verkürzt das Achterstag um ca 15cm! - da würde meiner IMO schon an Deckliegen, falls die Talje das mitmacht.

Mein Mast ist Ursprungssteif ;) mit Rollreffanlage/PROFURL B29L
Ich hab ihn fast ganz vorne (ins erste Loch passt er nicht, da das Schott dann 'stört') und wollte möglichst hohen Mastfall erreichen um Höhe zu laufen.
Da das Vorstag (auch bei dichtgeholtem Achterstag) zu locker war und bei 4Bft deutlich durchhing, habe ich das Vorstag maximal dicht gedreht (per Stagspanner in der Rollanlage)
dann hab ich festgestellt, dass er doch relativ gerade steht... :(

Die Durchhängung am Wind (4 Bft) bekomme ich nicht raus - mein Segelmacher sagte mir da hat man auf den 12m IMMER nen Durchhang und meine Rollanlage sei schon extrem 'vorgespannt'.

Bei dem Welcome Race konnt ich die Höhe der anderen Balladen nicht ganz halten (Rigg, Segel, Crew - keine Ahnung woran es lag).

Ich habe zuhause Fotos vom Durchhang bei 4 Bft (Achterstag max dicht - nach meinem empfinden). Fotos folgen...

Gruss und in der Hoffnung auf erleuchtung :shock:
Jörg

PS: Nach meinem Riggtrimm schinken,
sollte man erst (ohne Mastkragen Gummis) den Mast trimmen mit einer harmonischen Biegekurve. Dann die Mastgummis rein.
Auf der Flott sind die Mastgummis nicht unter Spannung eingesetzt, - bei mir ja.
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Re: Mastfußposition

Beitragvon mellowcat » Donnerstag 1. Juli 2010, 13:47

Aha,

ich gehe mal stark davon aus, dass das der Orginalmast ist.
Als Stagspanner habe ich mir die Version, "die die beiden Stahlseile zusammendrückt" (Old school, quasi das umgedrehte V zusammenquetschen) eingebaut.
Kann ich mir beim besten nicht vorstellen, dass ich da soviel Druck machen kann, dass der Mast bricht.
Ich wollte nur ca wissen was bei einer normalen Ballad so üblich ist von der Mastfußposition, damit ich nicht immer wieder alles lösen muss. Die Gummis lass ich drinn.

Mein plan ist zwei Löcher weiter nach vorne. Was meinst?
Wolte dann nen Toggel einbauen fürs Vorstag, weil die Länge eventuell nicht mehr reicht.

Ich wüsste nicht wie ich meine Mastgummis bei einem getrimmten Mast einbauen könnte.
Was für eine magische Gleitcreme ist dafür käuflich zu erwerben? Bei mir kommen die vor dem Trimm rein und das ist schon schwer genug.
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Re: Mastfußposition

Beitragvon Liese » Donnerstag 1. Juli 2010, 14:14

Jo- brechen wird der Mast vielleicht nicht, aber wenn ich mit Winschkurbel über die Winsch dichthole ist für meine Einkommensklasse schon genug Besorgnis gegeben, wenn ein Glied der Kette den Geist aufgibt.

Wir konnten drei Jahre gut segeln mit Mast mittig (ca. 3-4 Loch von Vorne).
Das mit "wann die Mastbiegung anfängt" kapier ich nich...die Biegung wird ja auch durchs Vorstag begrenzt bzw. da kommt mehr Druck rauf, wenn Du dicht holst.
Das Achterstag VOLL durchgeholt heisst was?
1) Taljenblöcke haben Kontakt? :D
2) max mit Hand dicht geholt?
3) mit Winsch/Winschkurbel nach Gefühl max dicht?

Gummis hatte ich bisher auch noch nie hinterher rein gesetzt.....

Jo, nen Toggle hatte ich ebenfalls drin. Den habe ich aber wieder ausgebaut vor 2 Jahren-auf anraten eines Segelmachers.

Für ne 'normale' Ballad müssen wir dann wohl warten :)
Gruss
Joerg
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Re: Mastfußposition

Beitragvon mellowcat » Donnerstag 1. Juli 2010, 14:50

Erstmal Danke für die Informationen und die schnelle Rückantwort.

Wenn ich das Achterstag spanne ,dann haben die Taljenblöcke kontakt, wenn ich voll durchziehe (Stahlstropp incl Rollen ist zwischen dem umgedrehten V ca. 25 cm lang).
Das ist dann soviel Druck wie ich vom Gefühl noch vertreten kann.
Mehr will ich da garnicht machen.

Ich setzt den Mast jetzt 2 Löcher weiter nach vorne und guck was passiert.
Werde dann Bericht erstatten, ob es was taugt und ob +0.15 Knoten mehr drinn sind.

Gruß
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Re: Mastfußposition

Beitragvon a.saebel » Donnerstag 1. Juli 2010, 23:10

Ein paar Anregungen zu diesem Thema:

Der Mast ist immer am unteren Beschlag (T-Schine) drehbar gelagert (dh. er kann biegen). Und am Decksdurchlaß, in Höhe der Saling, sowie am Masttop ebenfalls. Am Masttop ist er zudem in Längsrichtung verschiebbar. Was mit früher/später biegen gemeint ist, wenn er weiter vorne/hinten steht ist mir nicht ganz klar, aber:

Die Vorstagsspannung wird durch die Achterstagspannung "geregelt", denn wenn wir (mit unseren Topgetakelten Schiffen) das Achterstag durchsetzen, setzen wir auch das Vorstag entsprechend durch. Der Mast wird dabei gestaucht und kann dabei (irgendwann) auch brechen. (Liese - Es bleibt natürlich immer ein Durchhang im Vorstag, aber wieweit es durchhängt läßt sich bis zu einen gewissen Grad (durch Achterstagspannung/Vorstgspannung) reglen).

Wenn wir das Achterstag spannen ziehen den Masttop auch nach hinten. Dabei biegt der Mast sich oberhalb der Saling nach achtern, unterhalb der Saling biegt er sich dann etwas nach vorn - in Höhe der Salinge wird er gehalten und kann sich nicht verschieben (Unterwanten), allerdings wird der Mast hier in seiner BIegung nicht direkt beeinflußt, sondern nur indirekt durch den festen Punkt am Decksdurchlaß.

Wir fahren unseren Mast immer (in der T-Schine am Mastfuß) soweit vorn wie möglich und lassen ihn dann "etwas nach hinten fallen" - am Decksdurchlass stecken wir einen Dünnen Keil in den Spalt zwischen Mast und Deck. Dann spannen wir die Oberwanten und die Unterwanten. Das Vorstag/Achterstag wird dann beim segeln dicht geholt, manche Balladen fahren Ihr Vorstag/Achterstag immer mit maximaler Spannung - wir machen das nur bei Regatten. Denn der Baum scheuert sonst am Sprayhood ;(

Wichtig ist in jedemfall eine vernüftige "Achterstagspannvorrichtung" - die von der Werft gelieferte sollte ausgetauscht werden und z.B. durch eine ordentliche Talje mit 6-Fachüberstznung und Winsch Unterstützung ersetzt werden. Die Einzelteile sollten dabei an der Bruchlast des Achterstagsausgelegt werden.

Ich werde mal einen kurzen Bericht schreiben, wie wir den Mast beim stellen trimmen, und bei den praktischen Tipps reinstellen...(Wird zwei Wochen dauern)

Herzliche Grüße, Armin.
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